Peter Walt

Radiomoderator | Journalist | Mediencoach

Geschichte


1987 ging ich auf Radio Zürisee erstmals auf Sendung.

Damals erstarrte ich vor Ehrfurcht vor den grossen alten Hasen des Radiometiers. Besonders der Programmleiter von Radio Zürisee hatte mich schwer beeindruckt: Jürg Kauer. Als er noch Morgen-Moderator bei DRS3 war, verpasste ich kaum eine Sendung von ihm.

Nun war er Chef des See-Senders – und dieser suchte einen „aufgeweckten Moderator“. Ich bewarb mich mit einer 90minütigen Demo-Kassette. Erst anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums von Radio Zürisee erfuhr ich von früheren Arbeitskollegen, dass Jürg Kauer meine Demo-Kassette an einer Redaktionssitzung vorgespielt hatte…

Nun gut, wenigstens glaubte Jürg Kauer an mich.Am frühen Morgen des 8. März 1987 fuhr mich Kauer mit seinem Toyota 4 x 4 ins Radiostudio nach Stäfa: Es erwartete mich meine erste Sendung! Schweisstropfen kullerten mir den Rücken herunter – und ich war mausallein! Kauer hatte sich davongeschlichen.

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Ich erlebte derweil meine erste Radiopanne: Die Vynil-Single der Beatles war hängen geblieben… Die Platte mit dem Song „I’ll get you“ hatte ich meinen Eltern ausgerissen und extra für meine Premiere ins Radiostudio mitgebracht.

Bei Radio Zürisee konnte ich viel ausprobieren, vor einem wohlwollenden und toleranten Publikum. Ich konnte Clown Dimitri und Oberinspektor Derrick interviewen. Dafür danke ich dem See-Sender.

1989 wechselte ich zum „grossen“ Radio 24. Roger Schawinski war am Tag meines Startes ausgerechnet vor mir auf Sendung. Und zwar live von der FERA in Zürich-Oerlikon. Natürlich nahm er seinen neuen „Star“ kurz vor der Sendung noch schnell in die Zange. Unter anderem stellte er die unvermeidliche Frage, die er jahrelang jedem seiner Gäste im „Doppelpunkt“ stellte: Wer bist Du?

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Immer Pirat.

Schliesslich war es so weit: Ich ging, schlotternd in der Kälte vor dem Zürcher Hallenstadion und vor ziemlich viel Publikum auf Sendung. Und dies mit den Nachrichten. Diese waren mir kurz zuvor per Fax aus der Radio 24-Redaktion übermittelt worden.

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Irgendwie hatte ich mich schnell bei Radio 24 eingelebt. Der Piraten-Groove der Gründerjahre war noch immer spürbar. Bei Radio 24 konnte ich mein Radiohandwerk verfeinern. Ich probierte alle möglichen Radioformen aus – vom versteckten Telefon bis zur zweistündigen Hintergrundsendung.  Und ich hatte meine eigene „Peter Walt Show“ (1995).

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„Man on the moon“ von REM: Mit dem gleichen Song, mit dem ich mich bei Radio 24 verabschiedet hatte, ging ich im März 1997 bei DRS3 auf Sendung.

Vier Jahre später (2001) traf ich REM-Sänger Michael Stipe sogar persönlich – in einem Pariser Hotel. Und im Herbst 2004 konnte ich Michael Stipe ein zweites Mal interviewen: Diesmal ein Viertelstunden-Interview in Wien. Michael sagte mir zur Verabschiedung: „See you next time, Peter.“

Mit Michael Stipe von R.E.M. in Wien.

Mit Michael Stipe von R.E.M. in Wien.

Zwischen 1998 und 2002 lebten auf DRS 3 diese gloriosen 80er Jahre nochmals auf: Jeden Samstag um 17 Uhr in der 80er Jahre-Show „Kosmos“.

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Nina Hagen begrüsste die Hörer mit schriller Stimme, dann gab’s die grossen Hits der 80er Jahre von Bananarama bis Pia Zadora – und dazu meldeten sich aus den Tiefen des Archivs die bekannten Figuren der 80er Jahre zurück: Elisabeth Kopp, die erste Bundesrätin der Schweiz, liess sich nochmals „rechtlich und moralisch nichts vorwerfen“. Léon Huber, der bekannte Tagesschau-Sprecher, liess nochmals seinen Pudel Ronny kläffen. Die Swissair hebte nochmals zu glorreichen Zeiten ab. Und Michael Dreher, der Präsident der Autopartei, warf nochmals seinen Flammenwerfer gegen alle Grünen und Alternativen.

Die letzte Sendung Kosmos im Herbst 2004.

Zum Glück gaben während der Laufzeit der Sendung gleich einige 80er Jahr-Stars ihr Comeback: Im „Kosmos“ packten sie aus, über frühere  Zeiten. Kim Wilde verriet, wie sie zu ihrer atemberaubenden blonden Mähne kam. Nik Kershaw behielt während des ganzen Interviews die Sonnenbrille an. Lionel Richie gab in der Kantine des Radiostudios und live im „Kosmos“ ein fantastisches Akustik-Konzert. Und Howard Jones („What Is Love“) wollte kein Wort über die 80er Jahre reden, nur über sein neues Album, das aber dann doch niemanden interessierte.

Kim Wilde zu Gast im Kosmos auf DRS 3.

Im Februar 2005 gewährte mir Phil Collins in Genf ein Exklusiv-Interview. Der frühere Genesis-Schlagzeuger sah sich zuvor die Show von „The Musical Box“ an – einer kanadischen Band, die die legendären, aber nie gefilmten Genesis-Shows der 70er Jahre detailgetreu nachstellt. Für die Zugabe setzte sich Phil Collins selber ans Schlagzeug. Im Interview gestand mir der Weltstar: „Bei den Proben am Nachmittag tönte ich noch wie ein kompletter Amateur…“

Mit Phil Collins in Genf.

Meine Leidenschaft für Musik kennt keine Grenzen. Zwischen dem Jahr 2000 und 2015 moderierte ich den „World Music Special“ auf SRF 3. Als Musikredaktor recherchierte ich zu aktuellen Musikthemen, unter anderem arbeitete ich an der preisgekrönten Jahresserie „50 Meisterwerke“ mit.

Die Welt lebendig werden lassen – im Kino fürs Ohr: Seit 2010 gestalte ich regelmässig Radio-Features. Für das Feature „Brüder fürs Leben“ im Kontext auf SRF 2 besuchte ich während Jahren vier Brüder im Glarnerland, die völlig abgelegen seit ihrer Kindheit als Bergbauern arbeiten. Ich fuhr für den Doppelpunkt von SRF 1 mit einer japanischen Reisegruppe aufs Junfraujoch hoch oder fragte bei Hackbrettbauern und Weissküfern im traditionsvernarrten Appenzell, ob ihnen nicht das moderne Leben fehlt.

Mit Sängerin Sina in der Sonntagnacht.

Mit Sängerin Sina in der Sonntagnacht.

Bis Sommer 2016 moderierte ich bei SRF 3 die Personality-Show „Sonntagnacht mit Peter Walt“. Wie schon in der legendären 80er Jahre-Show „Kosmos“ lieh die deutsche Punk-Mutter der Sendung ihre Stimme.

Seit September 2016 bin ich mit WALTS WELT Radio beyond Imagination auf Sendung.

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